Erfolge

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND „Akeleiwiese“ Bärenstein

Das FND „Akeleiwiese“ Bärenstein

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Im Pflegeplan zum Naturschutzgroßprojekt wird die „Akeleiwiese“ Bärenstein als ehemaliger Standort der wildwachsenden blauen Akelei beschrieben. Die etwa 0,5 ha große ehemalige Wiese liegt in ca. 550 m Höhe in einem kleinen Tälchen oberhalb des Haltepunktes Hartmannmühle in der Nähe der Kreuzung der Wanderwege Bärenstein–Altenberg und Hartmannmühle-Bärenstein Oberdorf. Das Vorkommen ist heute erloschen.

Das FND, festgesetzt am 9.7. 1964, wird heute als magere Rotschwingelwiese auf grauem Granit beschrieben. Auf Grund der jahrelangen Nutzungsauflassung ist davon leider nichts mehr zu erkennen. Die Fläche ist brachgefallen und wird vollständig von Gehölzen bedeckt.

Da der Pflegeplan zum Projekt als Schutzziel hier die Erhaltung der typischen reichhaltigen Bergwiesenflora des Osterzgebirges festlegte, kamen als ersteinrichtende Maßnahmen die Entbuschung der Talsohle und des angrenzenden, stark abfallenden Berghanges im westlichen Teil der Wiese zur Umsetzung. Ziel war es, die Fläche in die frühere Form der Mähnutzung einzubeziehen. Die Wiederansiedlung der hier ehemals vorkommenden Arten kann durch die gezielte Mähgutübertragung befördert werden.

Maßnahmen

Bereits 2013 begannen dazu die Vorplanungen für eine gemeinsame Zusammenarbeit zwischen dem Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“ und dem Bergwaldprojekt e.V.
Seit 1987 organisiert das Bergwaldprojekt e.V. deutschlandweit Arbeitseinsätze zwischen der Nordsee und den Alpen und inzwischen auch europaweit und nun auch im Rahmen der Projektarbeit in Altenberg.

Dazu nutzen Frauen und Männer zwischen 18 und 80 Jahren freiwillig Urlaub und Freizeit um an den verschiedenen Einsatzorten ökologisch sinnvolle Pflegemaßnahmen in der Landschafts- und Biotop-Pflege durchzuführen.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Bestockter Hang im westlichen Teil der Fläche vor Beginn der Maßnahme. Nicht einzusehen ist der kleine Bachlauf, der die Wiese im unteren südlichen Bereich teilt.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Schwer zu erkennen sind vor Beginn der Maßnahme die nördlich angrenzenden größeren Nasswiesen und eine südlich exponierte Bergwiese.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Zur Minimierung des Nährstoffeintrages und der Beschattung wurde die angrenzende Steinrücke im gleichen Zeitraum von einem privaten Bewirtschafter Auf-den-Stock gesetzt.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

In der Woche vom 20. Bis 25. Oktober 2014 übernahmen 24 Freiwillige die Entbuschung dieser langjährigen Sukzessionsfläche. Hochmotiviert und betreut von einem erfahrenen Forstmann gelang es innerhalb kurzer Zeit, die Bestockung von der Fläche zu entfernen. Dichtes Strauchwerk und die teilweise starke Hangneigung erschwerten die Entnahme.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Flurstücks begrenzend blieben drei Bäume erhalten. Bewährt hat sich das vorläufige Auf-Stock setzen von Aspe (populus tremula) in einer Höhe von ca. 1 m. Der nachfolgende Wurzelausschlag ist je nach Lage bedeutend geringer und für die nachfolgende Einrichtung als Mahdfläche leichter zu entfernen. Für den Artenschutz wurden zwei kleine Totholzpolter für Käfer und Insekten errichtet.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Die Veränderung der Fläche vorher und nachher ist auf den Bildern eindrucksvoll dokumentiert.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Die im unteren Teil angrenzende Sukzessionsfläche (2) wurde durch einen privaten Bewirtschafter entbuscht und die Gehölze entlang des westlich gelegenen Wirtschaftsweges Auf-Stock gesetzt.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Nach dem Freistellen der Fläche in der Talsohle wurden auch kleinere Schotterflächen als Reste des Hochwassers aus dem Jahr 2002 sichtbar. Erst nach Abschluss der Maßnahme wurde sichtbar, dass sich zwingend die Renaturierung des Bachlaufes und die Freistellung der Fläche auf der anderen Seite des Baches ergeben.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Blick aus südlicher Richtung in die Sukzessionsfläche 2 vor und nach der Maßnahme

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein

Die Entwicklung der freigestellten Flächen kann nach der Ersteinrichtung, gezielt durch die Übertragung von geeignetem Mähgut und die Einbeziehung in die nachfolgende Mahd zu Bergwiesen mit einem reichen Artenspektrum gelenkt werden. Mit den oberhalb angrenzenden Nasswiesenbereichen, dem kleinen Bachlauf und den durch mehrere Hochwasser aufgeschotterten bachbegleitenden Flächen ergeben sich wertvolle Biotopkomplexe die sich mit einer pfleglichen Bewirtschaftung im Anschluss an die Projektlaufzeit nachhaltig weiterentwickeln werden.

Fotodokumentation zur Entbuschung des FND Akeleiwiese, Bärenstein
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Online: http://www.bergwiesen-osterzgebirge.de/erfolge/fnd-akeleiwiese/ [Datum: 19.11.2017]
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