Maßnahmen

Entbuschung

Flurstück 633

Flurstück 633 (rote Linie) vor und nach der Entbuschung

Ziel: Entwicklung verbuschter Flächen zu artenreichen Wiesen

Mit Gehölzen bewachsene ehemalige Berg- und Nasswiesen, stark zugewachsene Wiesenränder und Langzeitbrachen wurden entbuscht mit dem Ziel, die Flächen durch die nachfolgende Wiederaufnahme der Mahd zu artenreichen Bergwiesen zu entwickeln. Nach der Beseitigung der Gehölze begünstigten auch der nunmehr ungehinderte Samenaustausch zwischen jetzt nebeneinander liegenden Wiesen und der minimierte Nährstoffeintrag diese Entwicklung.

Infos zur Entbuschung und Pflege von Steinrücken

Verfahren

Je nach Dauer der Nutzungsauflassung und der vorherrschenden Gehölzart kam es zur Ausprägung unterschiedlicher dichter Bestockungen. Zur Entnahme der Gehölze war deshalb überwiegend der Einsatz von Motorkettensäge und Freischneider erforderlich. Die Boden schonende Entnahme der Wurzelrückstände und Einzelstämme von den empfindlichen Nasswiesen- und Zwischenmoorbereichen gelang meist nur mit dem Einsatz der Motorseilwinde. Das Schnittgut wurde komplett entfernt, entsorgt und erforderlichenfalls die Stubben abgefräst.

Nachpflege

Wurzelsprosser

Ausbildung von Wurzelsprosser (Aspe) ein Jahr nach der Entbuschung

Der erhöhte Lichteinfall förderte nach der Entnahme den Aufwuchs von Wurzelsprossern und anderen Lichtholzarten. Die konsequente Beseitigung der Stockausschläge ist deshalb im Anschluss an die Maßnahme zwingend erforderlich, um die nachfolgende Wiesenmahd nicht zu beeinträchtigen. Bewährt hatte sich dabei die zweimalige Entnahme nach der Ersteinrichtung jeweils im Frühjahr und im Herbst mit einem Schlegelmäher im Zeitraum von 2 bis 3 Jahren. Je nach Gehölzart ist danach erfahrungsgemäß die herkömmliche Mahd mit leichter Pflegetechnik möglich, die durch kleine nachwachsende Trupps nicht gefährdet wird.

Ziegenbeweidung

In Anlehnung an frühere Bewirtschaftungsformen kam zur Freihaltung von schwer erreichbaren entbuschten Flächen am Osthang vom Geisingberg und an den Geisinger Leiten eine Ziegenherde zum Einsatz. Ziegen bevorzugen junge nachwachsende Triebe und eignen sich deshalb gut zur Offenhaltung der Flächen. Mit 12 Tieren ist die Herde derzeit noch zu klein für den Verbiss der schnell nachwachsenden Triebe. Die Biotoplenkung auf diesen Flächen wird deshalb durch eine fortführende Handmahd unterstützt. Ein ausreichender Verbiss auf größeren Flächen würde zukünftig eine Herdengröße von mindestens 30 bis 50 Ziegen voraussetzen.

Ziegenmarkt in Geising

Ziegenmarkt in Geising (Lindenallee) um 1900

Die Fressgewohnheiten der Ziegen nutzten die Bergbauern der kärglichen Landwirtschaftsstellen in Geising schon früher, um die Aufnahme von Frischfutter zu reduzieren und um sich dadurch von den ohnehin schon kleinen und ertragsschwachen Bergwiesen einen größeren „Raufuttervorrat“ für die Wintermonate zu sichern. Damit avancierte die Ziege zum bevorzugten Weidetier in Geising und wegen der ehemals großen Zahl an Ziegen wurde die Stadt auch als „Ziegengeising“ bekannt. Der früher durchgeführte jährliche Ziegenmarkt wurde neu belebt und findet heute im Geisinger Wildpark statt.

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Online: http://www.bergwiesen-osterzgebirge.de/massnahmen/entbuschung/ [Datum: 17.12.2017]
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