Projekt

Naturschutzgeschichte und Förderhintergrund

Naturschutzgeschichte

Blick ins Erdbachtal Grenzwiesen Fürstenau

Blick ins Erdbachtal Grenzwiesen Fürstenau

Der Naturschutz für die einzigartigen Bergwiesen im Osterzgebirge begann bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Botaniker und Heimatforscher erwarben 1925 mit dem „Landesverein Sächsischer Heimatschutz“ die ersten 10 ha floristisch herausragende Bergwiesen. Die Flächen wurden daraufhin wie ein Schutzgebiet behandelt und nach naturschutzfachlichen Vorgaben bewirtschaftet (z. B. Mahdtermin nach dem 15. Juli, der noch heute als optimal für die Bergwiesen gilt), hatten aber noch keine rechtliche Sicherung.

Die Flächen wurden zwar nach der Bodenreform und der Auflösung des Heimatvereins 1945 verstaatlicht, aber die Nutzung im Gegensatz zu den meisten umliegenden Flächen Gott sei Dank nicht intensiviert.

Diese vom „LV“ angekauften Flächen bildeten die Grundlage des späteren NSGs „Geisingwiesen“, des nach dem NSG „Geisingberg“ zweiten Naturschutzgebiets der Region.

Schild Naturschutzgebiet

Insgesamt befanden sich zum Zeitpunkt der Antragstellung drei Naturschutzgebiete im Projektgebiet:

Außerdem befanden sich eine Reihe kleinflächiger Naturdenkmale im Gebiet:

Zudem erhielt das gesamte Osterzgebirge der damaligen Kreise Pirna und Dippoldiswalde in den 70er Jahren den Status eines Landschaftsschutzgebiets.

Nach der allgegenwärtigen Intensivierung der Landwirtschaft in den 60ern und Nutzungsaufgaben in den 90er Jahren erarbeitete das Landratsamt des Weißeritzkreises zusammen mit damaligen Umweltfachamt Radebeul ein Konzept zum umfassenden Schutz des Gebietes, das die Grundlage für die spätere Antragstellung auf ein Naturschutzgroßprojekt darstellte.

Mit dem Antrag wurde gleichzeitig die Festschreibung der Kerngebiete als Naturschutzgebiete gefordert. Im Projektverlauf erfolgte 2000 auch die geforderte Erweiterung des NSG „Geisingberg“ von 25 auf 314 ha und 2007 die Ausweisung des großen NSGs „Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenauer Heide“ mit 507 ha, in denen drei der obigen Naturdenkmale aufgingen. Die Erweiterung des Naturschutzgebietes zum 976 ha großen NSG „Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde“ wurde mit dem Inkrafttreten der Verordnung am 16.2.2016 abgeschlossen. Darin ging auch das NSG „Fürstenauer Heide“ auf.

Förderhintergrund „chance.natur“

Logo chance.natur

Zur Förderung von Naturschutzmaßnahmen in größerem Umfang standen mehrere Möglichkeiten und Förderhintergründe auf regionaler und nationaler Ebene zur Verfügung. Nach längeren Überlegungen und vielen Diskussionen wurde entschieden, einen Antrag im Rahmen des seit 1979 bestehenden Förderprogramms „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ zum Schutz und zur langfristigen Sicherung national bedeutsamer und repräsentativer Naturräume mit gesamtstaatlicher Bedeutung zu stellen. Dies sind die sogenannten „Naturschutzgroßprojekte“ des Bundes. Darin werden Gebiete gefördert, „die im nationalen und internationalen Interesse für den Naturschutz außerordentlich wertvoll und für den betreffenden Lebensraumtyp in Deutschland besonders charakteristisch und repräsentativ sind.“ Bisher wurden 74 Naturschutzgroßprojekte mit einer Fläche von über 3.200 km² in die Förderung aufgenommen.

In dem Programm werden Flächenankäufe und Maßnahmen in großem Umfang gefördert, die zum Erhalt großflächiger Natur- und Kulturlandschaften in Deutschland mit herausragenden Lebensräumen besonders schützenswerter Tier- und Pflanzenarten beitragen. Ein erklärtes Ziel der Großprojekte ist auch, die Kerngebiete als Naturschutzgebiete auszuweisen.

Einige bekannte Beispiele:

Die Rahmenbedingungen und die Fördermöglichkeiten dieses Förderprogramms passten am besten zur Landschafts- und Nutzungsgeschichte der Region sowie zum Vorkommen von Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten. Auch boten sie die aussichtsreichsten Optionen für die Förderung von Flächenankäufen sowie Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in bedeutendem Umfang.

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Online: http://www.bergwiesen-osterzgebirge.de/projekt/foerderhintergrund/ [Datum: 19.11.2017]
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